Die Integration des Datenloggers in die Anlage sowie die Auswertung der Betriebsdaten hat mir einiges Kopfzerbrechen bereitet. Meine gesammelten Erfahrungen habe ich im Folgenden zusammengstellt.
Der Datenlogger ist eine "Plasteschachtel", die zusammen mit 2 Disketten sowie Kabeln (serial sowie USB) ausgeliefert wird. Er besitzt einen 4 MB großen Speicher, der gut 8000 Datensätze aufnehmen kann, und kann sowohl zum Datenlogging als auch zum Aufspielen von Steuersoftware auf die Regeleinheit verwendet werden (was aber nur für den Kundendienst relevant ist). Zum Auslesen wird das Windows-Programm WinSol verwendet.
Der Datenlogger muss mit einer 9V-Batterie bestückt sein (auch bei USB-Anschluss), wenn Daten auf einen Rechner überspielt werden sollen und der Datenlogger dazu wie in meinem Fall von der Regeleinheit getrennt wurde.
WinSol ist ein Programm, mit dem die Daten aus dem Datenlogger ausgelesen und in eine Datei auf dem Rechner übertragen werden. Die Daten können im Excel- oder CSV-Format gespeichert sowie nach eng vorgegebenen Rastern visualisiert werden. Für eine vernünftige Analyse der Daten mit einer leistungsfähigen Datenbank (ich verwende mysql unter Linux) ist nur die CSV-Datei interessant, die nach Monatsscheiben kumulativ zusammengestellt werden kann.
Das Auslesen erfordert einen (in meiner Umgebung raren) Windows-Rechner. Deshalb habe ich die Software auf einem älteren Laptop mit WinXP installiert, der in meinem Haushalt noch ein "Gnaden-Dasein" fristet. Vor dem Einsatz muss weiterhin der Datenlogger über WinSol konfiguriert werden. Dazu muss der zu loggende Regelungstyp, die Schnittstellenmodul-Version sowie die richtige Rechnerschnittstelle eingestellt werden.
Vor dem Datenlogging ist die richtige Log-Konfiguration auszuwählen. Der Hersteller empfiehlt die Einstellung auf Temperaturmodus und 3K Temperaturdifferenz, Solifer empfahl mir 12K (das ist der Maximalwert). Datenspeicherung erfolgt, wenn im neuen Datensatz im Vergleich zum alten die Temperaturdifferenz auf einem Posten den Änderungswert übersteigt oder ein Schaltausgang den Wert ändert. Da über die Schaltausgänge (bei mir) auch der Heizkreis gesteuert wird und der Temperaturregler für dessen Vorlauf im Winter häufig anspricht, ist es weitgehend egal, wie die Konfiguration erfolgt, die verfügbaren gut 8000 Datensätze sind während der Heizperiode nach etwa 3 bis 5 Tagen Betrieb ausgeschöpft. Danach werden die ältesten Datensätze überschrieben. Diese Konfiguration ist also höchstens für die Überwachung einer Anlage mit Defekten zu empfehlen.
Seit 2006 verwende ich deshalb den Zeitmodus und lasse mir alle 2 Min. einen Datensatz abspeichern. In diesem Fall wird exakt alle 2 Min. ein Datensatz gespeichert, unabhängig von Änderungen der Schaltausgänge, so dass die Kapazität des DatenLoggers nun für 11 Tage reicht.
Beim USB-Anstöpseln des Datenloggers werden neue Daten von WinSol automatisch heruntergeladen. Über die serielle COM-Schnittstelle muss dies explizit in WinSol angestoßen werden.
Die Konvertierung der Log- in eine csv-Datei ist in WinSol problemlos möglich und erzeug eine Monatsdatei von etwa 4MB.
Die von WinSol extrahierten Datensätze enthalten viel Information, die mich nicht interessiert. Mit einem kleinen Perl-Programm selektiere ich daraus die mich interessierenden Informationen und speichere diese in einer Datenbanktabelle zur weiteren Analyse ab. Für ein vernünftiges Datenlogging wäre diese Selektion bereits "vor Ort", also im Datenlogger, wünschenswert.
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Dr. H.-G. Gräbe
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